Klassenfoto von rund 20 Schüler:innen in einem Klassenraum mit Tischen, Whiteboard und Bildschirm.
  • Magdeburg
  • Schule ohne Rassismus

Wenn Zugehörigkeit zur Herausforderung wird

Ein Klassenzimmer, zwei Schauspieler und ein Thema, das viele junge Menschen bewegt: Mit dem Stück „Deine Helden – meine Träume“ wurde aus einem Unterrichtsraum ein Ort für intensive Gespräche über Ausgrenzung, Gruppendruck und Verantwortung.

Wie weit würdest du gehen, um dazuzugehören? Diese Frage stand unausgesprochen im Raum, als das Klassenzimmer an den WBS SCHULEN Magdeburg für einen Vormittag zum Theaterraum wurde. Keine Bühne, keine aufwendige Kulisse, keine Distanz zwischen Publikum und Spiel. Stattdessen saßen die Schüler:innen mittendrin in einer Geschichte, die Fragen aufwarf, die weit über den Schulalltag hinausgehen.

Mit dem Klassenzimmerstück „Deine Helden – meine Träume“ von Karen Köhler waren die Theatermacher aus Magdeburg zu Gast an den WBS SCHULEN Magdeburg. Im Mittelpunkt steht Jonas, ein junger Mensch auf der Suche nach Anerkennung, Freundschaft und Zugehörigkeit. Doch was passiert, wenn genau dieser Wunsch Menschen beeinflussbar macht und sie in problematische Gruppenstrukturen geraten?

Nah dran statt nur zuschauen

Gerade die besondere Form des Klassenzimmertheaters machte die Aufführung so eindrucksvoll. Die Geschichte spielte nicht weit entfernt auf einer Bühne, sondern direkt zwischen den Schüler:innen. Dadurch wurden die Konflikte, Entscheidungen und Gefühle der Figuren unmittelbar erlebbar.

Themen wie Ausgrenzung, Rassismus, Rechtsextremismus und Gruppendruck standen dabei ebenso im Fokus wie die Frage, welche Verantwortung jede und jeder Einzelne in solchen Situationen trägt.

Schwierige Fragen, die zum Nachdenken anregen

Nach der Aufführung ging es nicht einfach zum nächsten Unterrichtsthema über. Stattdessen wurde diskutiert, reflektiert und hinterfragt.

Warum ist Zugehörigkeit für Menschen so wichtig? Was gibt Halt und Orientierung? Wann wird eine Gemeinschaft problematisch? Und wie gelingt es, Haltung zu zeigen, wenn andere wegsehen?

Die Gespräche machten deutlich, dass Demokratie und gesellschaftliches Miteinander nicht abstrakt sind. Sie beginnen im Alltag, in Begegnungen und in den Entscheidungen, die wir jeden Tag treffen.

Courage zeigen beginnt im Schulalltag

Die Aufführung war zugleich ein wichtiger Impuls im Kontext des Projekts „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Schule soll ein Ort sein, an dem Diskriminierung und menschenfeindlichen Einstellungen nicht gleichgültig begegnet wird.

Das bundesweite Courage-Netzwerk verbindet rund 5.000 Schulen, die sich aktiv für Menschenwürde, Vielfalt und respektvolles Zusammenleben einsetzen. Das Theaterstück zeigte eindrucksvoll, warum diese Werte gerade für junge Menschen heute von großer Bedeutung sind.

Lernen, das lange nachwirkt

Noch lange nach dem letzten Applaus wurde über die Geschichte von Jonas gesprochen. Genau das macht solche Begegnungen wertvoll: Sie schaffen Perspektivwechsel, regen zum Nachdenken an und ermutigen dazu, Verantwortung zu übernehmen.

Ein herzliches Dankeschön an Anja Engelhardt für die Regie, Tillmann Staemmler für das intensive Spiel und das Team der Theatermacher für einen Vormittag, der viele Eindrücke hinterlassen hat.

 

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